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Kurzvita:

Ulrike
Lauterberg
Geboren
1959 in Rotenburg/Wümme, lebt in Waffensen und
schreibt seit einem Jahr.
Veröffentlichungen:
2004
KG im Schleierwelten-Verlag,
2005
im Magic – Buchverlag, gewonnener
Schreibwettbewerb/Anthologie.
Diverse
Kurzgeschichten in Zeitschriften.
Seit
2004 Mitglied bei
Kurzgeschichten-Planet.de.
Seit
August 2005 aktives Mitglied bei Schreiblust.
Dieses
Jahr (2007) werden auch noch zwei Bücher von ihr
im
Donny-Stieven-Verlag veröffentlicht.
...und
ihre grosse Leidenschaft, ist
die Musik, aber vor allem die Gospel-Musik
und
da ist sie im Pop-
und Gospelchor "Taktvoll"
aus
Waffensen ein
aktives Miglied.
http://www.gospelchor-waffensen.de/

"Augenblicke
der Erinnerung"

(von
Ulrike Lauterberg)
Müde,
mit gebeugtem Kopf, stand Rainer am Fenster und
sah hinaus. Er betrachtete weder die
Osterglocken am Wegesrand, noch die ersten
Knospen, die sich durch die warme Frühlingssonne
geöffnet hatten.
Er
war tief versunken in den Bildern vergangener
Tage.
Gitti
war schon immer eine Kämpfernatur.
Einfach
aufgeben war nie ihre Art.
Rainers
Erinnerungen fanden in die Zeit, als sie sich
Kinder wünschten.
Alles
Mögliche hatte sie angestellt, um schwanger zu
werden. Manchmal war es ihm peinlich,
wenn sie Freunden und Verwandten fröhlich erzählte:
"Irgendwann
wird das schon klappen. Neuerdings mach ich
hinterher einen Kopfstand, wenn Rainer und ich
miteinander geschlafen haben. Ich lass doch
keines dieser kostbaren Dinger verloren
gehen."
Rainer
musste unwillkürlich lächeln, als er sich an
das Bild seiner Frau im Kopfstand erinnerte.
"Du
bist wirklich ein bisschen verrückt", sagte er damals kopfschüttelnd.
"Lieber
ein bisschen verrückt, als tatenlos auf Wunder
hoffen", entgegnete Gitti.
Eigene
Kinder blieben ihnen dennoch versagt, aber sie
lernten, es zu akzeptieren.
Rainer
wandte sich vom Fenster ab und trat an Gittis
Krankenbett. Er betrachte seine Frau und fühlte
die Liebe zu ihr, die sich mit Schmerz
vermischte. Erschöpft setzte er sich an ihre
Seite. Die letzte Nacht war lang und qualvoll
gewesen.
Einen
Augenblick noch wollte er bei ihr bleiben und
seinen Gedanken folgen. Danach würde er gehen müssen.
Ein wehmütiges Lächeln zog um seine Lippen, während
sein Blick auf Gittis Gesicht ruhte. Ihre Lider
waren geschlossen und verbargen die blauen
Augen, die ihn bereits nach dem ersten Blick in
ihren Bann gezogen hatten. Das schelmische
Funkeln war es, in das Rainer sich verliebt
hatte.
Ausgemergelt
sieht sie aus und so dünn ist sie geworden.
Sie
war so eine wunderschöne Frau, mit Modelfigur.
Es stimmte einfach alles an ihr. Jeden anderen
attraktiven Mann hätte sie haben können. Doch
sie wählte mich knorrigen Kerl, mit beginnenden
Geheimratsecken und Brille auf der Nase.
Er
konnte es kaum fassen, als Gitti ihm damals aus
Augsburg nach Hamburg schrieb: "Entweder du
kommst jetzt in die Hufe oder ich ende als alte
Jungfer. Nur dich will ich, du Esel, denn ich
liebe dich."
Er
zog zu ihr und an einem warmen Maitag, vor
dreiundzwanzig Jahren, heirateten sie.
Wie
lange war es her, dass der Professor ihnen
mitteilte:
"Es
tut mir Leid, Ihnen das sagen zu müssen, aber
der Tumor ist bösartig."
Es
muss jetzt etwas über zwei Jahre her sein.
Ein
großer Schatten umhüllte beide und doch war
Gitti es, die sich rasch wieder aufrichtete. Sie
begann gegen ihren Feind, wie sie das
Krebsgeschwür nannte, zu kämpfen.
Die
erste Chemotherapie ließ ihren Magen wochenlang
rebellieren.
Rainer
litt mit, wenn sie von morgens bis abends am Würgen
war. Auf vieles hatte sie Appetit, doch nichts
behielt sie in sich. Bald darauf schob sie einen
Infusionsständer mit kalorienreicher
Astronautennahrung durch die Wohnung.
Ihre
Haare begannen auszufallen und spontan rasierte
sie ihren Kopf kahl.
Rainer
war im ersten Augenblick geschockt, seine Frau
so zu sehen.
"Was
weg ist, ist weg und so ich sehe nicht mehr wie
ein halb gerupftes Hühnchen aus." Sie
lachte bei den Worten und streichelte sich über
die Glatze. "Kannst du mir bitte einen
Lutscher mitbringen, damit ich Kojak noch ähnlicher
sehe?", rief sie ihrem Mann durchs
Treppenhaus nach. Rainer wusste, das war ihre
Art, damit fertig zu werden.
Ein
paar Tage später schleppte sie sich geschwächt,
nach einem erneuten Kampf mit ihrem
rebellierenden Magen, aus dem Badezimmer. Doch
der Schalk saß ihr weiterhin im Nacken.
Grinsend hob sie ihr Nachthemd an und kicherte:
"Schau
mal, mein Schatz. Ich seh wieder wie ein kleines
Mädchen aus."
Entweder
trug Gitti eine Perücke oder ein hübsches Tuch
und selbst damit sah sie bezaubernd aus.
Die
Haare wuchsen wieder nach und sie war glücklich
über jeden Millimeter.
Doch
auch der Tumor wuchs weiter.
Es
sei die aggressivste Art dieser Krebszellen,
hatte der Professor ihnen versucht zu erklären.
Dann
fiel der Satz, der ihnen den Boden unter den Füßen
wegriss:
"Sie
sind austherapiert."
"Jetzt
lohnt sich das Kämpfen wenigstens. Muss ich
mich eben noch mehr anstrengen." Trotzig
sprach Gitti diese Worte aus, während ihr die
Tränen übers Gesicht liefen. Die Lippen fest
aufeinander gepresst, suchte sie ein Tempotuch
aus der Tasche. Zu Rainers Verblüffung tupfte
sie damit seine feuchten Augen trocken.
Schluchzend
fiel er ihr in die Arme und Gitti tröstete ihn.
Wenn
Gittis Schmerzen zu stark wurden, jammerte sie
nicht. Sie weinte nur leise vor sich hin. Das
waren die Augenblicke, in denen Rainer sich
seiner Hilflosigkeit bewusst wurde. Er glaubte
oft, das nicht aushalten zu können. Bei
Freunden und der Familie suchte er Trost und
Zuspruch, wenn Gitti sich in der Klinik
aufhielt. Einmal betrank er sich bis zur
Besinnungslosigkeit und später wusste er nicht,
wie er nach Hause gekommen war. Er verzichtete
auf eine Wiederholung und mied von da an den
Alkohol.
Seine
Mutter stand plötzlich hinter ihm und legte
ihre Hand auf seine Schulter.
Wann
hat sie das Zimmer betreten? Ich habe es gar
nicht bemerkt.
"Junge,
komm", flüsterte sie. "Wir sollten
jetzt gehen. Ihr geht es jetzt besser."
"Gleich,
Mutter. Gib mir nur noch einen Augenblick."
Seine
Gedanken flossen weiter.
Gestern
hatte sie so sehr unter diesen unerträglichen
Schmerzen gelitten.
Nur eine sehr hohe Dosis
Morphium half ihr.
Rainer
hatte es kaum ertragen können, Gitti so sehr
leiden zu sehen. Alles hätte er getan, um ihr
das abzunehmen. Doch konnte er nur an ihrer
Seite sitzen, ihre Hand halten oder die
aufgerissenen Lippen befeuchten.
Kurz vor
Sonnenaufgang kam sie zur Ruhe.
Schweren
Herzens erhob Rainer sich jetzt vom Krankenbett.
"Ich
liebe dich", flüsterte er, während Tränen
über seine Wangen liefen.
Zärtlich
berührte er ihren Kopf. Zum letzten Mal strich
er über den weichen, nachgewachsenen Haarflaum
seiner verstorben Frau.

Das Buch ist
da!

Inhalt: 160
Seiten,
davon 39 Seiten
mit Farbfotos.
Preis: 7,65 EUR
zuzüglich 1,35 für Porto und Versand.
Softcover, glänzend
cellophaniert.
Wer das
Buch erwerben möchte,
nehme bitte Kontakt
auf über "Brigittes
Gedenkeseite"!

(Bitte Buch
anklicken)
Der Erlös geht
auf Wunsch von Brigitte
an die
bayrische Krebshilfe.

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Danke
liebe Ulli, dass ich diese ganz spezielle Kurzgeschichte
von dir
hier
veröffentlichen durfte!




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